Johanneskirche in Arni

Johanniskirche, Arni

Johanniskirche, Arni

Adresse Neben der Gemeindeverwaltung, Staldenstrasse 6, 8905 Arni
Besitzer Die Johnanneskirche ist im Eigentum des örtlichen ökumenischen Kirchenvereins und wird auch von diesem verwaltet. Sie steht neben der reformierten auch der katholischen Kirchgemeinde zur Verfügung und bietet zudem den ortsansässigen Vereinen und Organisationen Platz für Versammlungen.

Kontakt: Erika Waldenmaier ewaldenmaier@bluewin.ch
Räumlichkeiten Der Kirchenraum lässt sich durch Trennwände in verschieden grosse Einheiten aufteilen und bietet so die Möglichkeit, neben dem Kirchenraum auch einen unterschiedlich grossen Raum für Unterricht und Versammlungen einzurichten (Foyer bis rund 80 Personen). Neben den sanitären Anlagen stehen auch eine Garderobe, eine Küche sowie ein Kellerabteil zur Verfügung.
Geschichte Mit einer Glockenweihe und der späteren Altarweihfeier fand 1983 die Entstehungsgeschichte der ökumenischen Kirche einen erfolgreichen Höhepunkt.

Damit es überhaupt so weit gekommen war und die auch in jener Zeit stetig wachsende Ortschaft ein ökumenisches Gotteshaus bekommen konnte, brauchte es eine mehrjährige Vorlaufzeit.
1952 bereits gründeten die katholischen Gläubigen einen Kirchenbauverein. Die Aktivitäten wurden aber schon drei Jahre später wieder eingefroren. Zu Beginn der Siebzigerjahre starteten die Katholiken einen neuen Versuch.

Katholiken und Protestanten zogen an einem Strick
Erste Gespräche mit den Protestanten wurden in den Jahren 1970/71 geführt. «Zu jener Zeit mussten die Reformierten noch nach Hedingen zum Gottesdienst», erzählt Ruth Aerne, die seit nunmehr 35 Jahren zum Vorstand des damaligen ökumenischen Kirchenbauvereins, der heute ökumenischer Kirchenverein heisst, gehört. Nachdem sich ein Zusammengehen abzeichnete, wurde im Januar 1973 der ökumenische Kirchenbauverein gegründet. Noch im gleichen Jahr führte man in der Turnhalle den ersten gemeinsamen Gottesdienst durch. 1977/78 begann die Detailplanung.

Kompromissfindungen notwendig
Eine besondere Herausforderung war es für die beteiligten Konfessionen dabei, die für ihre Glaubensrichtung notwendigen Rahmenbedingungen bei der Gestaltung der KIrche einbringen zu können. «Es war ein nicht ganz einfacher Prozess», schildert Ruth Aerne weiter, «aber der Wille, diese Kirche zu erstellen, war so stark, dass man über diesen Detailfragen gestanden ist.» Nun schaltete sich 1979 auch die politische Gemeinde in den Prozess ein. Sie hatte ebenfalls Interesse daran, dass infolge des Wachstums der Ortschaft zusätzlicher Nutzungsraum entstand.
Ein Bauer stellte nun sein Land zu günstigen Konditionen zur Verfügung. In den beiden Planungskommissionen für die Kirche und die Gemeinderäume wurde gegenseitige Einsitznahme gewährt. Fünf Architekten erhielten die Einladung, ihre Vorschläge für die Kirche nach Vorstellungen des Kirchenbauvereins zu erarbeiten. Nun jagten sich Sitzungen um Sitzungen bei den Verantwortlichen.

Zwei Dorffeste für die Finanzierung
Um die Kirche überhaupt finanzieren zu können, organisierte man in den Jahren 1977 und 1982 zweimal ein «Arni-Fäscht». Beide Anlässe waren von Erfolg gekrönt, 65 000 beziehungsweise 82'000 Franken Gewinn kamen dabei zusammen. Die Generalversammlung des ökumenischen Kirchenvereins ihrerseits genehmigte am 21. Mai 1979 einen Kredit über 700'000 Franken.
Am 18. September 1982 fand die Grundsteinlegung der ökumenischen Kirche und des Gemeindezentrums statt. Am 24. April 1983 kam es zur Glockenweihe. Die drei in Aarau bei der Giesserei Rüetschi hergestellten Glocken, rund 1000 Kilogramm schwere Werke, wurden am Bremgarter Bahnhof in Empfang genommen und mit einem Traktorzug via Widen, Mutschellen, Berikon, Oberwil und Oberlunkhofen in die Freiämter Gemeinde gefahren. Ein Volksfest war im Gange, als Pfarrerin Sylvia Michel aus Mutschellen den traditionellen «Anschlag» mit einem Hammer vornahm. Die grösste, auf den Ton a gestimmte Glocke trägt den Namen des Bruders Klaus und die Inschrift «Der Herr des Friedens gebe Euch den Frieden», die Glocke Barbara mit Ton c «Selig sind, die das Wort Gottes hören» und die kleinste Glocke zu Ehren des heiligen Antonius mit Ton d «Alles, was Odem hat, lobe den Herrn». Am 4. September desselben Jahres segnete Kantonaldekan Helbling auch die Kirche und der Altar wurde geweiht.
Der Friedhof wurde im Zuge des Kirchenbaus auch erstellt. «Nicht ganz unumstriten», wie Ruth Aerne ausführt. Doch weil in Oberlunkhofen der Friedhof zu jener Zeit so oder so hätte erweitert werden müssen, war die Notwendigkeit gegeben.
Im Laufe der Jahre wurde die Kirche mit einem Anbau leicht erweitert, damit Platz für Requisiten und die Bestuhlung geschaffen werden konnte. Heute bietet die KIrche für etwa 200 Personen Platz. Auch Versammlungen werden durchgeführt, je nach Bedarf kann der Raum unterteilt werden.

«Ein Zeichen für die Ökumene»
«Auch wenn wir nicht jeden Sonntag gemeinsam feiern, ist die Ökumene doch immer präsent», sagt Georg Umbricht, der Pfarreileiter der katholischen Kirchgemeinde Lunkhofen, sehr passend über das sich optimal ins Arner Dorfbild einfügende Gemeinschaftswerk. «Es ist ein Zeichen für die Ökumene von damals und heute. Ich denke, auch heute wäre ein solches gemeinsames Projekt noch möglich.»

(aus dem Wohler Anzeiger, der Freiämter Regionalzeitung, Ausgabe 59, 25.07.2008, » www.wohleranzeiger.ch)
Autor: Ulrich Abderhalden     bereitgestellt: 22.10.2011     Besuche: 17 Monat
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