Reto Studer

Weil „Gutes tun“ nicht genug ist... – die Philosophie des effektiven Altruismus

Effektiver Altruismus<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-kelleramt.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>286</div><div class='bid' style='display:none;'>1518</div><div class='usr' style='display:none;'>43</div>

Wenn ich an meine Erfahrungen der letzten Jahre, in wie auch ausserhalb der Kirche, denke, so komme ich zum beruhigenden Schluss: Der Mensch ist gut. Wir wollen das Gute – ja, mehr noch: Wir wollen die Welt zum Besseren verändern!
Reto Studer,
Das zeigt sich etwa darin, dass viele von uns sich tatkräftig in ihrer Familie, in ihrer Nachbarschaft, in Vereinen, in der Politik, in der Kirche engagieren. Und es zeigt sich auch darin, dass Herr und Frau Schweizer miteinander jedes Jahr rund 2 Milliarden Franken für gute Zwecke spenden.

Wir wollen also das Gute, und wir tun auch etwas dafür. Tun wir aber genug? Und tun wir das Richtige? Unsere Ressourcen, v.a. unsere Zeit und unser Geld, sind ja beschränkt. Setzen wir sie also so ein, dass sie die grösst- und bestmögliche Wirkung erzielen? Oder könnten wir mit denselben Ressourcen noch viel, viel mehr Gutes bewirken, wenn wir sie anders einsetzten?

Mit Fragen wie diesen beschäftige ich mich seit einiger Zeit intensiv: als Sympathisant einer jungen philosophischen Bewegung mit dem Namen "effektiver Altruismus". Diese hält fest: Bei unserem Engagement für eine bessere Welt handeln wir häufig intuitiv – und helfen damit nicht den Betroffenen, sondern vornehmlich unserem Gewissen. Kurz: Wir sind zwar altruistisch veranlagt, wollen also Gutes tun, doch wir sind dabei nicht effektiv.

Der effektive Altruismus fordert hier ein radikales Umdenken. Er postuliert: Wenn wir die Welt nachhaltig zum Besseren verändern wollen, sollten wir uns nicht auf unser (häufig trügerisches) Bauchgefühl vertrauen, sondern konsequent rationale Kriterien berücksichtigen. So können wir Gutes besser tun!

Mir ist die soziale Verantwortung der Kirche enorm wichtig. Deshalb möchte ich anregen, dass wir miteinander darüber nachdenken, wie wir unsere Ressourcen (inkl. Kollekten, Vergabungen und Spenden) so wirkungsvoll wie möglich einsetzen. Und dass wir einige der vorgeschlagenen rationalen Kriterien kennenlernen.
Also gestalte ich im September zwei Abende zu diesem speziellen Ansatz:

Donnerstag, 14. September, 19–21 Uhr (ab 18.30 Uhr Apéro)
Donnerstag, 21. September, 19–21 Uhr (ab 18.30 Uhr Apéro)


Wir treffen uns in unserem Mehrzweckraum in Oberlunkhofen (Chileweg 7c).

Es sind keinerlei Vorkenntnisse erforderlich. Ich werde eine Einführung ins Thema geben, und dann wollen wir natürlich kontrovers darüber diskutieren – so, wie wir uns das im Kelleramt gewohnt sind!

Damit ich weiss, mit wie vielen Teilnehmenden ich rechnen darf, bin ich dankbar für eine Anmeldung bis 10.9.2017 (reto.studer@ref-kelleramt.ch, 056 634 30 51). Die beiden Abende bauen aufeinander auf, deshalb empfehle ich Ihnen den Besuch „im Paket“.

Lassen Sie sich in einer gemütlichen Runde auf diese philosophische Provokation ein? Ich verspreche Ihnen: Sie werden die Welt danach mit anderen Augen sehen!

Pfr. Reto Studer
Bereitgestellt: 25.07.2017     Besuche: 23 Monat 
aktualisiert mit kirchenweb.ch