Brigitte Stutz

Todkrank - wie weiter?

Berichte 2017<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-kelleramt.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>279</div><div class='bid' style='display:none;'>1531</div><div class='usr' style='display:none;'>5</div>

Mittwoch 27.09.2017, 19.00 bis 21.00 Uhr, Türöffnung mit kleinem Umtrunk ab 18.30 Uhr im
Mehrzweckraum in Oberlunkhofen, Chileweg 7c.
Corina Bürgi
Nach Besuchen im Bestattungsinstitut, nach einer intensiven Diskussionsrunde und Nachdenken über Exit als eine Form des selbstbestimmten Umgangs mit dem Thema "todkrank" möchten wir Ihnen am Mittwoch, 27.9.17 noch einen anderen Blick in diese Welt des Sterbens ermöglichen. Dazu haben wir Markus Minder, Chefarzt der Villa Sonnenberg in Affoltern eingeladen. Er hat dort die medizinische Leitung der Palliative care inne und kann uns persönliche und professionelle Einblicke in die Arbeit auf seiner Palliativstation geben und uns damit auch aufzeigen, wie individuell der letzte Lebensabschnitt gestaltet und begleitet werden kann.

Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen in meiner Familie mit Krankheit, Sterben, Tod und den vielen Fragen, die dann kommen, habe ich mich seit meiner Kindheit intensiv mit diesen Themen und dem Sinn des Lebens auseinandergesetzt und tue es auch weiterhin. Ein Auseinandersetzen, welches nie abgeschlossen sein wird. Schon früh war für mich damit auch mein Berufswunsch klar - nicht Theologin - sondern Hausärztin. Ein Ziel war ursprünglich auch die Arbeit in einem Sterbehospiz mit angegliederter Hausarztpraxis... Ganz so wurde es dann aber in der Realität nicht. Heute arbeite ich in einer Hausarztpraxis in Affoltern und bin sehr dankbar für die nahe Nachbarschaft zur Villa Sonnenberg. Die Palliativmedizin, also die Medizin, welche sich um schwerstkranke Menschen kümmert, ihr Leiden zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern versucht, mit Einbezug der Angehörigen und häufig mit der Notwendigkeit von kreativen Ideen, ist eine Medizin, welche erst in den letzten Jahren gewachsen ist und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Sie ermöglicht mir einen viel offeneren Umgang mit dem Thema Sterben mit meinen Patienten, da es kein Abschieben oder Beenden meiner ärztlichen Begleitung, sondern ein Auseinandersetzen mit dem Leben und Sterben und "einen neuen Weg einschlagen" bedeutet. Dabei werden auch Türen mit Glaubensfragen aufgestossen. Wo ist denn Gott, warum lässt er das zu, was passiert mit dem Glauben des sterbenskranken Menschen? Was dürfen wir selber entscheiden, was müssen wir erleiden? Meiner Meinung nach gibt es hier keine Pauschalantworten. Es gibt aber Antworten, ganz individuelle, eventuell nur in dieser speziellen Zeit zutreffende, welche in einem anderen Lebensabschnitt falsch gewesen wären.

Nach einer kurzen Entführung von uns durch Markus Minder in die Welt der Palliativmedizin der Villa Sonnenberg werden wir Zeit haben für eine offene Diskussionsrunde. Auch auf diesen Austausch von Gedanken, Bildern, Gefühlen und Ideen freuen wir uns sehr.

Corina Bürgi-Feld, Kirchenpflegerin
Bereitgestellt: 14.08.2017     
aktualisiert mit kirchenweb.ch