Reto Studer

Wir zur "Ehe für gleichgeschlechtliche Paare"

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Der Kirchenrat spricht sich für die "Ehe für gleichgeschlechtliche Paare" aus. Wir schliessen uns dem an.
Reto Studer,
Der Kirchenrat der Reformierten Landeskirche Aargau (unsere "kantonale Kirchenregierung") hat sich am 18.9.2019 in einer Pressemitteilung positiv zur "Ehe für gleichgeschlechtliche Paare" geäussert. Er befürwortet sowohl die zivilrechtliche Eheschliessung gleichgeschlechtlicher Paare als auch deren kirchliche Trauung. (Den Text der Pressemitteilung finden Sie online » hier, im Wortlaut weiter unten.)

Pfarramt und Kirchenpflege der Kirchgemeinde Kelleramt schliessen sich dem Votum des Kirchenrats dezidiert an.

Dass in der reformierten Kirche die Geschlechter gleichgestellt sind, ist eine Selbstverständlichkeit und nicht der Rede wert. Wir wünschen uns, dies bald auch über die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare sagen zu können. Hierfür setzen wir uns sowohl vor Ort als auch in allen relevanten Gremien ein.

Übrigens: Wir bieten » kirchliche Trauungen im Kelleramt seit langem auch für gleichgeschlechtliche Paare an – auch wenn wir sie aus rechtlichen Gründen noch "Segensfeiern" nennen müssen.

Für Pfarramt und Kirchenpflege:
Pfr. Reto Studer


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Medienmitteilung
der Reformierten Landeskirche Aargau
vom Mittwoch, 18. September 2019

Kirchenrat befürwortet die Möglichkeit der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare

Der Kirchenrat der Reformierten Landeskirche Aargau befürwortet sowohl die zivilrechtliche Eheschliessung gleichgeschlechtlicher Paare, als auch deren kirchliche Trauung. Wenn zwei Menschen das Leben miteinander teilen und füreinander Verantwortung übernehmen wollen, dann ist es nicht nur im Interesse des Staates, dies zu schützen, sondern auch für die Kirche ein Grund zur Freude und ein Bund, für den sie um den Segen Gottes bittet. Aussagen der Bibel in diesem Zusammenhang sind auch von der Zeit und den Umständen ihrer Entstehung geprägt und müssen auf ihre Relevanz für heutige Fragestellungen hin überprüft und interpretiert werden.

Die Verurteilung homosexuell empfindender Menschen aufgrund einer heute überholten Moral hat während Jahrhunderten sehr viel Leid und von den Kirchen mitverantwortetes Unrecht verursacht. Aus heutiger Sicht des christlichen Glaubens und aufgrund einer zeitgemässen Interpretation der biblischen Aussagen sind eine solche Verurteilung und die damit verbundene Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung auch in der Kirche in keiner Weise mehr zu rechtfertigen.

Der Kirchenrat schliesst sich deshalb der von der Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, SEK, im Juni 2019 verabschiedeten Erklärung an: "Wir sind von Gott gewollt, wie wir geschaffen sind. Unsere sexuelle Orientierung können wir uns nicht aussuchen. Wir nehmen sie als Ausdruck geschöpflicher Fülle wahr." Der Kirchenrat befürwortet sowohl die zivilrechtliche Eheschliessung gleichgeschlechtlicher Paare, als auch deren kirchliche Trauung und hofft, dass die Abgeordnetenversammlung sich im November dieses Jahres eindeutig für die Ehe für alle aussprechen wird, wie es der Rat des SEK bereits im August getan hat.

Es geht um eine verbindliche, wertschätzende und rücksichtsvolle Partnerschaft gleichberechtigter Menschen

Das Eheverständnis hat sich über Jahrhunderte entwickelt und verändert. Dabei spielte auch ein sich wandelndes Verständnis der Bibel als Grundlage des christlichen Glaubens eine Rolle. Heutige gesellschaftliche und theologische Fragen lassen sich nicht mit einem einfachen Verweis auf einzelne Bibelstellen beantworten. Theologie und Kirche haben gelernt, dass Aussagen der Bibel auch von der Zeit und den Umständen ihrer Entstehung geprägt sind. Für die Auslegung in unserer Zeit steht die Botschaft der Liebe Gottes zu allen Menschen im Zentrum.

Für den Kirchenrat steht im Zusammenhang mit der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare nicht die Frage der sexuellen Orientierung im Vordergrund, sondern die Bedeutung einer wertschätzenden, respekt- und rücksichtsvollen Partnerschaft gleichberechtigter Menschen, die in Liebe einander verbunden sind. Eine kirchliche Trauung soll im Zuge der gesellschaftlichen Neuordnung der Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare selbstverständlich sein.

Wer der Verbindlichkeit seiner Paarbeziehung auf dem Zivilstandsamt und in der Kirche Ausdruck verleihen möchte, ist in der reformierten Kirche willkommen, denn die Botschaft Jesu stellt die Liebe in den Mittelpunkt, die Liebe Gottes zu allen Menschen und die aufrichtige Liebe zueinander.

Für weitere Auskünfte:
Kirchenratspräsident Christoph Weber-Berg, Tel. 062 838 00 11, christoph.weber@ref-aargau.ch
Frank Worbs, Informationsbeauftragter, Tel. 062 838 00 18 (079 444 97 82), info@ref-aargau.ch
Bereitgestellt: 19.09.2019     Besuche: 67 Monat 
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